Newsletterarchiv: Möbel-Tipps #67

Ausgabe Juni 2006 vom 06.06.06
1. Möbelkauflaune trotz oder wegen Merkel-Steuer?
2. Warum ist der Küchenkauf so schwierig?
3. MÖBEL-TIPPS-Spotlight: Chalet Möbel - Hersteller oder Händler?
4. MÖBEL-TIPPS-Leserecke: Nochmal Datenschutz
5. Neueröffnungen und Geschäftsaufgaben: Kommen, Gehen oder Bleiben(?) im Möbelhandel
1. Möbelkauflaune trotz oder wegen Merkel-Steuer?
Die FFZZ rufen es ins Land: "Juchhe, die Verbraucher geraten in Kauflaune." FFZZ ist meine Bezeichnung für das, was man gemeinhin Medien nennt: Funk, Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften.
Entdeckt hat die neue Kauflaune die GfK, Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg. Sie befragt laufend monatlich die Verbraucher. Meines Wissens sind es etwa 2.000, die auf die Fragen antworten. Daraus wird ein so genannter Konsumklima-Index erarbeitet. Der lautet 5,8 für Mai 06 nach einem historischen Tief von 3,2 im August 05.
Natürlich muss auch eine Erklärung für diesen Höhenflug her. Die GfK nennt drei Gründe, die sie bei den Befragten ausgeforscht hat und die ich persönlich so verstehe:
- Die Tarifabschlüsse in wichtigen Wirtschaftsbereichen (z.B. Metall, Elektro) geben den Menschen dort die Hoffnung, dass es endlich mit dem Schrumpfen der Löhne und Gehälter vorbei ist und wieder mehr Geld aufs Konto kommt.
- Das Vertrauen in die Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel ist nach wie vor groß.
- Weil die Regierung Merkel die Mehrwertsteuer ab 2007 erhöht, will man noch schnell den Preiserhöhungen zuvor kommen.
Der letzte Punkt hat es mir angetan. Ich komme noch darauf zurück. Zuvor aber: Wenn Sie sauer auf mich sein sollten, weil ich die Mehrwertsteuererhöhung frech weg als Merkel-Steuer bezeichne, wird Sie der Zusammenhang zwischen Punkt 2 und 3 hoffentlich wieder versöhnt haben.
Sollten Sie zu den GfK-Befragten gehören, haben Sie sich ja zwangsläufig bereits damit beschäftigt, ob Sie nun schnell einen Batzen Geld für die schon lange gewünschten Möbel ausgeben sollen. Kommt das Thema bei Ihnen erst jetzt auf, darf ich Ihnen verraten, dass Sie nichts versäumt haben.
Wer bisher mit neuen Möbeln liebäugelte, sei es mit einer modernen Küche, einem komfortablen Schlafzimmer, einer tollen Polstergarnitur usw., den Kauf aber hinaus geschoben hat, wird in der Wartezeit - so hoffe ich doch sehr - immer wieder nachgeschaut haben haben, was das Wunschmöbel gerade kostet.
In diesen Tagen nun muss sie/er feststellen, dass der Preis trotz Rabatt und Prozente, die per Verkaufsaktionen ungefragt aufgedrängt werden, im Schnitt um 3 bis 5 Prozentpunkte gestiegen ist. Und damit bin ich wieder bei Punkt 3.
Was derzeit mit den Preisen passiert, hat etwas zu tun mit dem so genannten Mitnahmeeffekt - oder sollte ich besser sagen Mitnahmeaffekt - der den Bürger immer dann packt, wenn die Regierung einschneidende Maßnahmen ankündigt. Superbeispiel ist die Sache mit der Eigenheimzulage. Nachdem angekündigt wurde, dass sie gestrichen werde, haben sich die Bausparkassen dumm und dämlich verdient. Wie schön, dass außerdem der Wegfall mehrfach verschoben und wieder neu angekündigt wurde. Denn das war für die Bausparkassen so etwas wie für den Bodenturner eine mehrfache Rolle vorwärts.
Die Möbelbranche würde sich freuen, wenn sie Ähnliches erleben könnte. Aber so dick wird es wohl nicht kommen. Immerhin macht die Branche in der Tat für sich das Beste aus dem Merkel-Steuer-Mitnahmeeffekt, der in diesen Tagen einsetzt: Die Möbelpreise werden bereits heute auf den Weg nach oben gebracht. Nicht erst Anfang 2007, denn wer weiß, wie es dann aussieht. Sollten später weitere Preiserhöhungen mit dem Etikett Merkel-Steuer am Markt durchsetzbar sein - umso besser. Das wäre also die andere Seite des Mitnahmeeffekts: Der Möbler hat dafür gesorgt, seinerseits einen gewissen Reibach mitnehmen zu können.
Für uns Möbelkäufer ist das absolut kein Grund, sich die Kauflaune vermiesen zu lassen. Im Gegenteil: Wir cleveren Möbelkäufer sind immer in Kauflaune. Denn ob in guten oder in schlechten Zeiten, mit der Strategie des Fünf-Schritte-Möbel-Deals kaufen wir meistens zu unserem Wunschpreis. Drei bis fünf Teuerungspunkte sind da nur peanuts.
2. Warum ist der Küchenkauf so schwierig?
Artikel über die Probleme beim Küchenkauf verschoben - zum Nachlesen bitte hier klicken: Küchenkauf
3. MÖBEL-TIPPS-Spotlight: Chalet Möbel - Hersteller oder Händler?
Chalet Möbel Kortendieck Möbelhandelsgesellschaft mbH
Lindenstraße 14-16
59348 Lüdinghausen
Chalet Möbel
Aus der Sicht des Möblers ist die Chalet-Idee gut, das Konzept ist aufgegangen: H. Kortendieck suchte sich in der Möbellandschaft eine Nische, fand sie und werkelt seitdem erfolgreich darin herum. Die Nische sind Möbel mediterraner Prägung, vorwiegend aus Pinienholz.
Die Kundschaft, die einen Blick für diese Nische hat, wird geschickt angetörnt. Bereits der Firmenname ist Botschaft: Chalet. Wenn so etwas in seinen Bergen steht, würde der Bayer sagen: Wow, mei Sennhüttn.
Wenn es beim Pinienmöbel-Kauf schlussendlich zur Sache geht und der Preis ins Gespräch kommt, tönt es bei Chalet: "Hohe Qualität zu konkurrenzlos niedrigen Preisen". Der clevere Kunde sagt sich: "Das muss ich aber erst nachprüfen!"
Gar nicht so einfach! Bei der Frage nach dem Hersteller der Pinienmöbel fällt die Klappe runter: "Eigenmodell", heißt es lapidar. Das hat auch ein Leser erfahren, der mir schrieb:
"Wir sind an Pinienmöbel der Firma Chalet interessiert, können den Hersteller davon aber nicht herausfinden. Angeblich ist Chalet selber der Hersteller. Wir haben auch schon in zwei anderen großen Möbelhäusern in Raum Bonn und Köln geschaut, aber nichts gefunden, was dem entspricht."
Ich wüsste nicht, dass Chalet irgendwo eigene Produktionsstätten unterhält. Also sind die Produzenten andere. Spanische?
Ein anonymer Mailer schreibt mir wörtlich: "Chalet Möbel bestellt die Möbel fertig aus Spanien und beschriftet alle Möbel mit dem Firmenlabel Chalet und verkauft sie dann erst an den Endverbraucher."
Solche Geheimniskrämerei deutet darauf hin, dass man fürchtet, die Konkurrenz könnte billiger sein. Ist sie mit Sicherheit. Aber mit welchen Herstellern? Den gleichen?
4. MÖBEL-TIPPS-Leserecke: Nochmal Datenschutz
Das Thema Datenschutz aus den letzten Newslettern ist wohl ein Reizthema. Ich schließe das daraus, weil es mir viele Leserbriefe einbrachte. Ich danke meinen Lesern für ihre Statements. Einen Leser möchte ich nochmals zu Wort kommen lassen. Was von ihm auf meinem Monitor erschien, gebe ich ungekürzt wieder - fast ungekürzt. Denn Datenschutz muss auch in diesem Falle sein.
Ist es nicht herrlich, wie weit verbreitet der Grundsatz "Wo kein Kläger, da kein Richter" verbreitet ist? Denn die wenigsten Privatleute setzen sich gegen die grassierende Weiterverbreitung ihrer Daten, sei es zu werblichen Zwecken, zur Speicherung, zur Wasweißichwas. Dabei hätten sie jedes Recht dazu und müssten sich im Gegenzug nicht mehr über unerwünschte Werbung (in Form von Anrufen und ähnlichem) ärgern.
Tatsache ist: Eine unerlaubte Weitergabe meiner persönlichen Daten - und persönlicher als Adresse und Telefonnummer geht es kaum - ist schlicht gegen das Datenschutzgesetz. Das auf diese Weise auch noch die "freie" Marktwirtschaft ausgehebelt werden soll ist schlicht skandalös. Da sich diese Daten außerdem noch erschlichen werden - denn ich habe meine Daten ja zu Rückrufzwecken herausgegeben und nicht zur Registrierung bei irgendeiner Firma.
Mein Tipp an alle so Betroffenen: www.bfd.bund.de. Eine Mail mit den Beanstandungen, wie zum Beispiel der Umgang mit persönlichen Daten, reicht völlig aus, um die "betroffenen" Möbelhäuser ins Schwitzen zu bringen. Zudem gibt es noch einen Formbrief unter www.schnappmatik.de/TFFFFF/ mit dem man den Möbelhäusern und den Herstellern mächtig Dampf machen kann. Viele Grüße, Mischa.
P.S.: Meine Erlaubnis zum Abdruck in Ihrem Newsletter haben Sie.
Ich antwortete:
"Hallo, vielen Dank. Ihre wertvollen Hinweise werde ich gerne verwenden."
Mischa mailte zurück:
Keine Ursache, bei solchen Sachen leide ich regelmäßig an hohem Blutdruck. Was sich denn auch in der Mail niederschlägt: Dda habe ich glatt ganze Sätze unvollständig gelassen. Nun ja, kein Mensch ohne Makel.
Einen Hinweis hätte ich denn noch: Die Auskunft über die persönlichen Daten ist natürlich unentgeltlich (Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) §19 Absatz 7) für den Auskunftssuchenden. Außerdem muss eine Firma, die persönliche Daten sammelt und speichert, einen Datenschutzbeauftragten bestellen (BDSG §4f), sofern sie eine bestimmte Größe überschreitet. Da bei kaum einem Möbelhaus weniger als 5 Mitarbeiter arbeiten, erfüllen sie schon mal diese Voraussetzungen.
Üben Käufer, die auf so eine Weise zum überteuerten Möbelkauf gedrängt (oder gezwungen) werden sollen, ihr Recht tatsächlich aus, werden es sich Möbelhäuser und Hersteller in Zukunft ganz genau überlegen, zu welchen Mitteln sie greifen wollen.
Ich für meinen Teil gebe Daten immer mit dem schriftlichen Hinweis heraus, dass die Nutzung zweckgebunden (z.B. Rückruf) zu erfolgen hat und die Weitergabe an Dritte ausdrücklich untersagt ist. Und das lasse ich mir von demjenigen, der die Daten bekommt, mit einer Unterschrift bestätigen. Viele Grüße, Mischa.
Hinweis: Ich führe keine Rechtsberatung durch. Ich gebe hier nur meine Sicht der Dinge wieder.
5. Neueröffnungen und Geschäftsaufgaben: Kommen, Gehen oder Bleiben(?) im Möbelhandel
5.1. Kommen (Neueröffnungen)
Astroh Küchen
Rampskamp 96
25337 Elmshorn
Diese neueste Filiale umfasst 10.000 qm Verkaufsfläche. Das ist für ein Küchenstudio ein Riesending.
SOFADROM by FINKE
Industriestr. 10
37120 Bovenden
Der Paderborner Branchenriese Möbel Finke hat das "Preisrebell"-Dasein aufgegeben und präsentiert sich nun in Polstern. Auf 7.500 qm Verkaufsfläche sind rund 400 Polstermöbel aufgestellt.
5.2. Gehen (Geschäftsaufgaben)
Von Döhlen
Neufelder Weg
27619 Schiffdorf
Auch im Raum Bremerhaven werden Möbelverkaufsflächen leer gefegt. Hier sind es sogar 10.000 qm auf einen Streich.
Möbel Motzkau
Bahnhofstr. 15
31737 Rinteln
"Unser Möbelhandel lohnt sich nicht mehr." So oder ähnlich war die Erkenntnis im Familienrat Motzkau. Nach 56 Jahren Möbelverkauf wird die 1.500 qm große Verkaufsfläche leer geräumt. Möglichst mit Hilfe von Schnäppchenjägern.
Pro Küchenwelt
Krützpoort 7 A
47804 Krefeld (Benrad-Nord)
Auf 1.000 qm jede Menge Küchen aufzubauen, ist schon was. Doch das Geschäft läuft nicht. Was nun?
5.3. Bleiben(?)
Keine Meldung.
Link zum Thema:
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