Newsletterarchiv: Möbel-Tipps #31

Gartenmöbel, FSC©, Möbel Finke, Möbelhändler DIY, Bett, Geld-Zurück-Garantie

Ausgabe April 2003 vom 01.04.03






1. Gartenmöbel und Umwelt - Feind oder Freund?

2. Geld-Zurück-Garantie: Ein Heißluftballon?

3. John F. Kennedy und der Möbelhandel

4. MÖBEL-TIPPS-Spotlight: Möbelhändler DIY

5. MÖBEL-TIPPS-Leserecke: "Hilfe, mein Bett quietscht!"

6. Neueröffnungen: Möbel Finke Paderborn, IKEA Ulm





1. Gartenmöbel und Umwelt - Feind oder Freund?


Gartenmöbel stehen meistens outdoor. Die Branche benutzt deshalb auch den Jargon Outdoor-Möbel. Wenn man sie nicht nach jedem Gebrauch hereinholt oder abdeckt - wer will das schon - rütteln Wind und Wetter daran.

Viele Stücke halten das nicht lange aus. Also ist die Umwelt der natürliche Feind der Gartenmöbel. Insbesondere bei solchen aus Holz. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist: Gartenmöbel können ihrerseits Feinde der Umwelt sein. Dann nämlich, wenn das Ausgangsmaterial Holz im Raubbau gewonnen wurde. Beispielsweise ist die Gefährdung der tropischen Regenwälder durch wilden Kahlschlag und die daraus resultierenden globalen Folgen für Klima und Umwelt ein Dauerthema. Ob Tropenholzholz aus Plantagen das Dilemma löst, darf bezweifelt werden, siehe Ausgabe #21.

Eine andere Lösung ist FSC©. Das ist ein Holzzertifikat, welches das Forest Stewardship Council vergibt. Wenn dieses Gütesiegel an Gartenmöbeln prangt, werden zumindest im Stadium der Holzgewinnung strenge ökologische, soziale und wirtschaftliche Standards eingehalten und auch kontrolliert.

Wenn Sie sich dazu entschließen könnten, nur Gartenmöbel mit dem FSC©-Siegel zu kaufen, wäre das freundlich für die Umwelt. Außerdem bewegen Sie sich in hehrer Gesellschaft: Der WWF, World Wide Fund For Nature, blickt dann mit Wohlwollen auf Sie.

Sie kennen doch den WWF? In diesem weltweiten Netzwerk kümmern sich renommierte Leute um Natur und Umwelt und kämpfen gegen die Naturzerstörung. Zumindest der österreichische Ableger des WWF hat neuerdings entdeckt, dass er sich in diesem Zusammenhang auch um Gartenmöbel kümmern sollte. Auf der Seite www.wwf.at können Sie sich über den umweltfreundlichen Gartenmöbelkauf informieren. Nicht nur das, Sie können sich eine Liste mit Anbietern von FSC©-Gartenmöbeln herunterladen.




2. Geld-Zurück-Garantie: Ein Heißluftballon?


Die Geld-Zurück-Garantie ist eine beliebte Werbemasche, ein Lockvogel. Viele Möbelhändler versprechen viel für den Fall, dass ein Kunde das gekaufte Möbelstück woanders billiger sieht. Die Versprechungen reichen von "Rücknahme des Möbels und Rückzahlung der Kaufsumme" bis "Erstattung des Differenzbetrages".

Schon mancher Möbelkäufer verzichtete daraufhin auf das Mindeste, was einer tut, wenn er seinen Geldbeutel nicht unnötig leeren will: Vor dem Kauf nach den Preisen der Konkurrenz schauen.

"Mir kann ja nichts passieren", dachte sie sich, "ich zahle garantiert nur den niedrigsten Preis." So schrieb mir eine Leserin:

"... Ich habe den Esstisch mit 6 Stühlen gerade in diesem Möbelhaus gekauft, weil mir hier zugesichert wurde, wenn man die gleichen Möbel woanders billiger erwerben kann, wird der Differenzbetrag erstattet ..."

Die Leserin wurde tatsächlich auf ein billigeres Angebot aufmerksam und schaffte es sogar, dass man es ihr schriftlich gab. Sie berichtet weiter:

"... ich wieder hin zum Möbelhaus und präsentierte das Papier. Es gab ein mächtiges Hickhack. Zum Schluss gab man mir einen Warengutschein. Den sollte ich einlösen, sobald meine Essgruppe geliefert sei und ich den Kaufpreis vollständig bezahlt habe. Ich bin nun also gezwungen, irgendetwas Unnötiges in dem Möbelhaus zu kaufen ..."

Hickhack - das sind die Bedingungen, mit denen der Möbelhändler seine Geld-Zurück-Garantie versieht. Es sind hohe Hürden, die er unbehelligt aufbauen darf. Sein Versprechen wird dadurch zum Heißluftballon.

Meine Leserin hatte aber eine Idee und fragte mich: "Kann ich den Gutschrift-Betrag einfach bei Lieferung der Möbel abziehen? Wäre das rechtens?"

Ich antwortete: "Rechtsberatung kann ich Ihnen nicht bieten. Aber genau so würde ich es machen."




3. John F. Kennedy und der Möbelhandel


Was hat der berühmte US-Präsident JFK mit dem Möbelhandel zu tun? Sie werden staunen. Sehr viel sogar. Ich möchte das an einem Beispiel demonstrieren:

Da fertigt ein Möbelverkäufer einen Kunden förmlich ab: "Den Hersteller des Schlafzimmers wollen Sie wissen? Es ist ein deutsches Fabrikat. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen."

Wenn JFK diese Antwort hätte hören können, und wenn es so etwas wie eine Zeitreise gäbe, würde er auf den Balkon des Schöneberger Rathauses in Berlin treten und bei laufenden Fernsehkameras ausrufen: "Was habt ihr aus meiner Verbraucherproklamation vom 15.03.1962 gemacht?"

Damals hatte Kennedy vor dem Kongress in Washington vier Grundrechte für Konsumenten postuliert. Auf das Produkt Möbel fokussiert, sind dies

Das Recht auf Sicherheit: Möbel, die ich kaufe, dürfen meine Gesundheit und mein Leben nicht gefährden.

Das Recht auf Information: Über Möbel, die ich kaufe, will ich alles wissen, was mir wichtig erscheint, um eine gute Wahl treffen zu können.

Das Recht auf Wahlfreiheit: Ich will eine Auswahl unter Möbeln treffen können, deren Preise im fairen Wettbewerb gebildet wurden.

Das Recht auf Gehör: Es muss eine kompetente Stelle geben, die mich anhört, wenn mir beim Möbelkauf Unbilliges widerfährt.


Kennedy hatte mit seiner Proklamation den Kern der Verbraucherinteressen getroffen. Die Vereinten Nationen (UN) griffen die Problematik auf. Sie fanden die Forderungen für wichtig genug, um sie in eine Verbrauchercharta zu fassen. Der 15. März eines jeden Jahres wurde zum Weltverbrauchertag erklärt.

Die Möbelbranche in Deutschland kümmert das alles wenig. Dabei will ich hier gar nichts darüber sagen, wie freie Auswahl, Sicherheit und rechtliches Gehör gehandhabt werden. Ich greife nur das Informationsrecht heraus. Mir fehlt völlig das Verständnis, wenn heutzutage die Möbelhändler immer noch den Fragen der Kunden ausweichen oder mit Informationen hinterm Berg halten.

Sollte es tatsächlich so sein, dass die Händler Arges im Sinne haben? Preisverschleierung etwa? Oder wissen sie vielleicht selbst nicht, was ihnen die Möbelhersteller ins Haus gestellt haben?

Auf, auf, Ihr cleveren Möbelkäufer, lasst nicht locker. Nervt die Möbler weiterhin mit Fragen (siehe auch Ausgabe #24)! So werden Sie die Verweigerungsfront sicher aufreißen.




4. MÖBEL-TIPPS-Spotlight: Möbelhändler DIY


Sie kennen den Möbelhändler DIY nicht? Doch, Sie kennen ihn. Sie waren schon oft in seinen Hallen. Sie haben dort zwar nicht nach Möbeln gesucht - aber auf Möbel sind Sie trotzdem gestoßen. Sie ließen sie noch links liegen - aber Sie fragen sich inzwischen: "OB I vielleicht doch mal schau'n sollt'?"

Richtig: Es geht um die Baumärkte. Diese Branche bezeichnet sich selbst mit DIY. Das steht für "Do it yourself".

Die Möbelbranche machte im vergangenen Jahr ein Minus, die DIY-Branche ein leichtes Plus. Sie steigerte den Gesamtumsatz von 36,5 Mrd. € (2001) auf 37,0 Mrd. € (2002).

Artikel des Wohnbereichs, insbesondere die SB-Möbel (Mitnahmemöbel), Gartenmöbel und Küchen haben daran einen immer größeren Anteil. Zufrieden stellen die DIY-Manager fest, dass der Verkauf von Produkten für den Einrichtungsbereich boomt. Einer posaunte auch gleich eine Erklärung heraus: "Wer beispielsweise seine Küche von Grund auf neu gestalten und dafür nicht gleich den letzten Notgroschen verpulvern will, kommt zwangsläufig zu uns."

Zwangsläufig? Ich will einmal die größten DIY-Händler und ihre Umsätze in 2002 auflisten:

OBI - 4,8 Mrd. €
http://www.obi.de

Praktiker - 3,0 Mrd. €
http://www.praktiker.de

Bauhaus - 2,3 Mrd. €
http://www.bauhaus-ag.de

Hornbach - 2,0 Mrd. €
http://www.hornbach.de

Hagebau - 1,6 Mrd. €
http://www.hagebaumarkt.de

Toom - 1,5 Mrd. €
http://www.toom-baumarkt.de

Dixi - 1,0 Mrd. €
http://www.dixi.de

Globus Baumärkte - 0,9 Mrd. €
http://www.globus.net

Max Bahr - 0,8 Mrd. €
http://www.maxbahr.de


Es gibt natürlich noch einige DIY-Händler mehr. Sie können nachschlagen unter www.diy-link.de.

Ich habe nicht das Geringste dagegen, wenn Sie Möbel bei DIY kaufen wollen. Aber bitte, dann tun Sie es wie in einem herkömmlichen Möbelhaus: Nach den Regeln der Cleveren, siehe Clever Möbel kaufen.




5. MÖBEL-TIPPS-Leserecke: "Hilfe, mein Bett quietscht!"


Es gibt nichts, was es nicht gibt. Das gilt auch für die Sorgen meiner Leser/innen:

Ich habe ein gebrauchtes Schlafzimmerbett inkl. Lattenrost gekauft. Leider quietscht mein Bett bei jeder Bewegung. Was kann ich machen? Für Ihre Mühe wäre ich Ihnen dankbar. MfG Anna Zapplich


Es machte mir überhaupt keine Mühe, schnell zu antworten:

Hallo Frau Zapplich, ein einfaches, aber wirksames Mittel ist Seife. Reiben Sie die Lager der einzelnen Latten mit einem Stück Seife ein. Ferner alle Stellen, bei denen Holz auf Holz trifft - soweit dies möglich ist.


Hinweis: Ich führe keine Rechtsberatung durch. Ich gebe hier nur meine Sicht der Dinge wieder.




6. Neueröffnungen und Geschäftsaufgaben


6.1. Neueröffnungen


XARA by Finke
Senefelder Straße 20
33100 Paderborn

Möbel Finke, der sich auch Preisrebell nennt, wiederholt an seinem Stammsitz, was er in Thüringen (99189 Elxleben bei Erfurt) geprobt hat: Auf 2.200 qm Verkaufsfläche bietet er Küchen en masse, vorwiegend von den Herstellern Nolte, Nobilia, K+M, Alno.


Möbelix by Lutz
Euroindustriepark Ingolstädter Str.
80939 München

Möbel Hess verschwand aus diesem Gebäude im Park. Der österreichische Möbelriese Lutz peppte die 7.000 qm Verkaufsfläche auf, um den Münchnern Discountmöbel aufzudrücken.


IKEA Deutschland
Niederlassung Ulm
Blaubeurer Straße 10
89077 Ulm

"Das 30. IKEA Einrichtungshaus in Deutschland! Auf ca. 16.000 Quadratmetern Verkaufsfläche bekommen Sie alles, was das Einrichterherz begehrt." Einfach herrlich, diese Sprüche.



6.2. Geschäftsaufgaben


Einrichtungshaus Burkhard Hellweg
Susannenstr. 13-15
33335 Gütersloh

Der schöne Laden, in dem auf 2.500 qm Verkaufsfläche vorwiegend Hochwertmöbel präsentiert wurden (u.a. von Frommholz, Machalke, Bielefelder Werkstätten, Team7, Paschen, Geha, Ronald Schmitt) macht endgültig dicht und zieht zur Zeit einen Räumungsverkauf durch. Echt reduzierte Markenmöbel dürften Burkhard Hellweg bei dieser letzten Aktion echt letztes Geld bringen.


COMO Möbelzentrum
Michael-Felke-Str.
55487 Sohren

mit Filialen in

Holzbacher Str. 8
55469 Simmern

Weinstr. 6
55545 Bad Kreuznach

Am Sportplatz 7
65554 Limburg a.d. Lahn

Anton-Doser-Str. 4
73479 Ellwangen

Adam-Stegerwald-Str. 14
97447 Gerolzhofen

Insider wissen: Das alles ist Felke. Und Felke war ein renommierter Hersteller von Wohnmöbeln, Schlafzimmern und Küchen. Ja war, denn alle Produktion hörte nach und nach auf. Außer Wohnschränke, die in Hermeskeil unter altem Namen mit neuem Inhaber weiter gebaut werden. Mit dem Möbelhandel klappt es auch nicht mehr bei den Felkes. In den schönen Filialen werden demnächst alle Möbel abverkauft: Eigene und möglicherweise auch konsignierte (Im Klartext: Nachgeschobene, was allerdings zu beweisen wäre).


Möbel Schlick
Im Altenschemel 57
67435 Neustadt a.d. Weinstraße (Lachen-Speyerdorf)

Wenn auch die Mandelbäume an der Südlichen Weinstraße derzeit so schön blühen: Die Blütenträume von Schlick sind ausgeträumt.


12go.de AG
Brecherspitzstr. 8
81541 München
http://www.12moebel.de

"Deutschlands führendes Einrichtungshaus im Internet" heißt es immer noch auf der Website. Aber der Geschäftsführer Arne O. Fehrlage musste kürzlich zum Insolvenzrichter eilen. Die Aktionäre waren es nunmehr leid, immer nur Geld in das Unternehmen zu pumpen und drehten den Hahn zu.


AB Möbelmarkt
Saubsdorfer Str. 14
86802 Buchloe

Das hallenartige Möbelhaus mit fast 2.000 qm Verkaufsfläche war schon einmal Schauplatz eines Räumungsverkaufs. Im Herbst 1999 gab das alteingesessene Möbelhaus Heinzelmann auf. Aber wie das bei Heinzelmännern so ist, ging es AB und weiter. Jetzt ist wohl die Luft endgültig raus. Ein stark angereichertes Polstersortiment harrt auf die letzten Käufer.




Link zum Thema:

  • Ihre neuen Möbel günstig? Infos und Adressen hier.