Newsletterarchiv: Möbel-Tipps #1

Ausgabe September 2000 vom 29.08.00
1. Feilschen - wie handle ich den Möbelpreis runter?
2. Möbel Segmüller gegen Möbel Biller, der Preiskampf des Monats
3. Möbler online
4. Neueröffnungen: Möbel Hardeck, Martin Kaiserslautern, Kempf
1. Feilschen: Wie handle ich den Möbelpreis runter?
Der Dielenschrank in altdeutschem Stil aus Nussbaum antik war wunderschön. Kurt sah ihn mit seinem inneren Auge bereits im Eingangsbereich seiner Single-Wohnung stehen. Er wirkte herrlich. Und alles war so aufgeräumt, nichts hing mehr unordentlich herum.
Aber noch befand sich der Dielenschrank hier im Möbelhaus. Und das Möbelstück war teuer: 3.998,00 DM stand auf dem Preisschild. Da muss doch was zu machen sein, sagte sich Kurt.
Inzwischen war eine Verkäuferin hinzu getreten. "Nun", fragte sie nach freundlichem Gruß, "wäre das was für Sie?". "Für 3.500,00 DM nehme ich den Dielenschrank", ging Kurt sofort aufs Ganze. Die Verkäuferin hob abwehrend die Hände. "Das ist unmöglich. Ich kann Ihnen höchstens 3% bei Barzahlung geben".
Kurt zog die Mundwinkel herunter, schüttelte den Kopf, sagte aber nichts. Er schwieg auch noch, als die Verkäuferin das Nussbaum-Furnier als erlesen und besonders behandelt anpries. Alles sei bestens verarbeitet und stabil. Es sei eben ein Markenstück. "Hier, schauen Sie mal in das Innere", sagte sie und öffnete die Türen des Dielenschranks. Kurt schüttelte wieder den Kopf. Er war bereits vor ein paar Tagen hier gewesen, hatte die Qualität getestet und anschließend die Preise für den gleichen Dielenschrank bei anderen Möbelhändlern verglichen. Er kannte den Markt also.
Kurts Schweigen schien die Verkäuferin nervös zu machen. "Ich kann ja mal den Chef fragen", suchte sie nach einer Lösung. "Ich komme mit", schlug Kurt vor. "Nicht nötig. Er kommt sicher gerne her". Sie eilte davon.
Es dauerte etwas, dann erschien sie wieder in Begleitung eines elegant wirkenden, älteren Herrn. Der stellte sich als der Inhaber des Möbelhauses vor. Er sei über die Preisvorstellung informiert worden und finde sie brutal. "Sie wollen mich wohl zum Gesetzesbrecher machen!?", klotzte er. Kurt zuckte innerlich zusammen, fing sich aber schnell und blieb cool. "Wie hoch ist denn die Strafe?", fragte er. "Nach dem Rabattgesetz eine kräftige Geldbuße", war die Antwort. "Für Sie oder für mich?" - "Für mich als Möbelhändler.
Sie als Käufer sind fein raus". "Ich will aber keinen Rabatt" sagte Kurt. " Ich will nur weniger für den Dielenschrank bezahlen. Im übrigen habe ich gehört, dass die Bundesregierung das Rabattgesetz abschaffen will. In der Zwischenzeit wird Ihnen als findigem Geschäftsmann sicher etwas einfallen, nicht durch die Mangel des veralteten Gesetzes gedreht zu werden".
"Okay, lassen wir das Rabattgequatsche. Aber für 3.500,00 DM kann ich Ihnen den Dielenschrank nicht verkaufen". Jetzt fragte Kurt: "Für wieviel dann?" Nach Stirnrunzeln und einigem Zögern kam das Angebot:"3.600,00 DM für das Ausstellungsstück, das einige Kratzer hat. Die Lieferung kann dann aber nicht mehr umsonst sein. Als Lieferkostenanteil muss ich 50,00 DM verlangen."
Kurt war einverstanden und der Kauf mit einer Lieferzeit von drei Wochen wurde perfekt gemacht.
Solche Gespräche, oft in schillernden Abwandlungen, können Sie heutzutage überall in den Möbelhäusern belauschen. An die 40% der Käufer versuchen, den ursprünglich geforderten Preis herunterzuhandeln (laut Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände - AGV). Doch mit Feilschen alleine werden Sie nicht zum besten Preis für Ihr Wunschmöbel kommen, denn solche Nachlässe sind bereits in die Preise einkalkuliert. Wie Sie richtig vorgehen, verraten Ihnen meine Tipps und Tricks in Clever Möbel kaufen.
2. Möbel Segmüller gegen Möbel Biller, der Preiskampf des Monats: Ein gefundenes Fressen für clevere Möbelkäufer
Es ist wie beim Boxkampf unter Schwergewichtlern. Der eine holt zu einem Schwinger aus:
Wir sind immer die Günstigeren!
Möbel Biller, die Nr. 1
Testsieger bei der Meinungsumfrage eines unabhängigen Consulting Instituts
Der andere setzt einen Uppercut an:
Möbel Segmüller ist der Günstigste!
Die Nr. 1 im Großraum München/Augsburg
Segmüller, der echte Testsieger
Für den cleveren Möbelkäufer im Raum München/Augsburg ist dieser Kampf ein besonderes Event. Hier präsentieren sich (angebliche) Billiganbieter. Das will genau angeschaut sein.
Der clevere Möbelkäufer packt sein Instrumentarium aus: Qualitätstests und "scharfer" Preisvergleich. Und wenn er sich auf sein Möbelstück eingeschossen hat, geht's ans Feilschen. Die schwergewichtigen Boxer werden sicherlich einiges Fett lassen.
Hier die Internetadressen, die Ihnen auch den Weg in die Ausstellungen weisen:
http://www.biller.de
http://www.segmueller.de - STOP -
Website gibt es (momentan?) nicht mehr. Anscheinend hat sich Segmüller aus dem Netz verabschiedet. Also dann nur die Adresse:
Möbel Segmüller
1. Augsburger Str. 11
86316 Friedberg/Bayern
2. Heimstettener Str. 10
85599 Parsdorf
3. Möbler online
Wieder hat sich ein Möbelhändler ins Netz gewagt:
http://www.wolf-fell.de
Am Möbelhaus in Kaiserslautern, Gaustr. 6a, steht "Exklusive Einrichtungen Wolf-Fell".
Das eher kleine Haus spezialisiert sich auf die Haute Couture des Einrichtens. So lautet auch der Spruch auf der Homepage. Man kann sich Bilder von komplett eingerichteten Räumen betrachten, in Stil, Modern, Klassik. Unter Stil habe ich die typischen, weiß lackierten Trüggelmann-Möbel erkannt. Die Polster kommen vorwiegend von deSede und Rolf Benz. Es seien ständig reduzierte Ausstellungsstücke auf Lager, heißt es.
Internet als Werbemedium, mehr traut Wolf-Fell dem Netz wohl nicht zu. Aber vollmundig wirbt er: Planung, Beratung, Gestaltung, Innenausbau. Und alles vor Ort überall in Deutschland und Europa.
Online-Shopping also ist nicht drin. Die Homepage lässt nur Kontakte per E-Mail zu. Für den cleveren Möbelkäufer, der sein exklusives Wunschmöbel genau kennt, ist das möglicherweise eine Einladung, seine Preisvorstellung durchzugeben.
Übrigens: Die Homepage ist mir dreimal abgestürzt. Einmal ging ich über AOL, da war dann plötzlich die ganze Anwendung weg. An meinem Browser liegt es sicher nicht.
4. Neueröffnungen und Geschäftsaufgaben
4.1. Neueröffnungen
Ich picke für Sie einige Möbelhäuser heraus, die sich in der Möbellandschaft neu präsentieren. Eigentlich handelt es sich fast ausschließlich um Vermehrung der Verkaufsflächen. Wenn die Möbler es gut machen, verbinden Sie damit neue Marketingkonzepte. Den cleveren Möbelkäufer kann man damit keinesfalls verdummen. Er lässt den Eröffnungsrummel vorbeirauschen und kommt frühestens zwei Wochen nach dem Eröffnungstermin mit seiner Kaufstrategie angerückt. Sein spezielles Instrumentarium führt auch hier zum Erfolg: Für mehr Qualität weniger bezahlen.
Hardeck Möbel
Werner Hellweg 2
Bochum
http://www.moebel-hardeck.de
Verkaufsfläche nunmehr 30.000 qm. Umsatz 1999: 240 Mio. DM.
Möbel Kempf
Nilkheim
Aschaffenburg
http://www.moebel-kempf.de
Verkaufsfläche hier: 30.000 qm. Zusammen mit den Häusern in 63834 Sulzbach/Main und 64732 Bad König fast 100.000 qm. "Größtes Einrichtungszentrum des Rhein/Main-Gebietes". Bisheriger Jahresumsatz weit über 100 Mio. DM.
Möbel Martin
Europaallee 21
Kaiserslautern
http://www.moebel-martin.de
Achte Filiale, Verkaufsfläche 28.000 qm, davon 5.000 qm "Junges Wohnen". Jahresumsatz 1999 aller Filialen 420 Mio. DM.
4.2. Geschäftsaufgaben
Union Möbelvertrieb
Gattinger Str. 20
Würzburg
Verkaufsfläche 4.000 qm, Räumungsverkauf ab Ende August.
Einrichtungshaus Appelt
Hilpertstr. 15
Erlangen
Verkaufsfläche 1.200 qm mit hochwertigen Designermöbeln. Liebhaber solcher sollten schnellstens anrufen.
Link zum Thema:
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