Wer Monate lang im kaputten Sessel sitzt...
Ein hochkarätiges Publikum war in Bielefeld zusammengekommen. Fast jeder namhafte Möbelhersteller aus Westfalen sowie große und kleine Möbeltransporteure hatten ihre Vertreter entsandt oder waren selbst erschienen.Das Thema: Logistik in der Möbelindustrie.
Eingeladen hatte Ernst Schwanholt, der Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Energie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ich sollte über "Die Möbelindustrie aus Kundensicht" referieren.
Wenn der Möbelkunde "Möbellogistik" hört, fällt ihm als erstes das Stichwort Lieferzeit ein. Die Möbel-Lieferzeiten sind mit durchschnittlich 8 Wochen einfach zu lang. Ich forderte ihre Halbierung. Letztlich müsse eine Verkürzung auf 2 bis 3 Wochen möglich sein. Mein Aufruf an die Fachleute:
"Denken Sie mit dem Kopf des Möbelkunden!"
Von wegen! Die Selbstherrlichkeit der Fachleute war unerschütterlich. In der Diskussion fiel doch tatsächlich der Satz:
"Wer Monate lang auf kaputten Federn in seinem Polstermöbel Sessel sitzt, bevor er sich zum Kauf eines neuen entschließt, wird doch wohl noch 8 Wochen warten können!"
Erbost konnte ich nur spitz gegenfragen: "Bei wem ist denn jetzt wohl eine Feder kaputt?"
Link zum Thema:
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