Rabattgesetz und Möbel - Schutzschild wird eingestampft

Rabattgesetz und Möbel - Schutzschild wird eingestampft

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Das fast 70 Jahre alte Rabattgesetz war ein prima Schutzschild. Jetzt wird es weggerissen und eingestampft. Bald wird im Bundesgesetzblatt stehen: Das Rabattgesetz wird aufgehoben. Wen und wovor sollte es denn schützen?

Knapp gesagt: Den Handel (hier Möbelhandel) vor allzuviel Wettbewerb. Und in letzter Zeit auch vor dem Preisschacher der Möbelkäufer.

Ja, Sie sehen das richtig. Das Rabattgesetz ist (war) im Ergebnis verbraucherfeindlich. Der Verbraucher hatte nichts davon, wenn sich die Händler, den Schutzschild hoch erhoben, argwöhnisch beäugten, ob der Mitbewerber zuviel von den Preisen nachließ oder mit unzulässigen Zugaben um sich warf.

Sofort wurde der Staat zur Hilfe gerufen, um den Konkurrenten niederzuknüppeln. Nicht nur das. Dem ahnungslosen Käufer wurde suggeriert, es sei auch für ihn strafbar, wenn er Rabatte oder Zugaben einstecke.

Vorbei sind diese Zeiten, nicht zuletzt dank Internetshopping. Ob jetzt wohl das große Feilschen der Möbelkäufer ausbricht? - Ich sage NEIN, nicht mehr als bisher. Der Rummel wird von der anderen Seite ausgehen.

Die Möbelriesen rüsten sich bereits - ohne Schutzschild - mit Bonusprogrammen, Kundenkarten, Sonderverkäufen, attraktiven Zugaben und wer weiß was noch für tollen Ideen. "Bindung" der Vielkäufer heißt das Motto. Oder leitkulturmäßig: "Bringste Umsatz, kriegste Prozente". Den zahlreichen Gelegenheitskäufern wird man den vollen Preis herausleiern, um im Gesamtergebnis die Umsatzrendite hochzuhalten.

Zweifellos wird das Kaufgeschehen in der Möbelbranche komplexer und komplizierter werden. Das Preisniveau insgesamt wird aber wohl kaum purzeln. Denn es gilt der Spruch:

Rabatt, Rabatt, das lass' Dir sagen, wird immer vorher draufgeschlagen!

Dennoch schlägt jetzt die Stunde des cleveren Möbelkäufers. Er behält den Überblick, kennt die Hintergründe der Branche und zahlreiche Tipps und Tricks, um seine Möbelausgaben weiter zu senken. Mein Buch Clever Möbel kaufen hat ihn schlau gemacht.

Es wird aber auch Verlierer geben. Wettbewerbshütern und Spezialanwälten bleibt die Klientel weg und die schöne, teure Fachliteratur wird Altpapier. Halt, daran verdienen ja auch wieder welche: Die Entsorger.

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