Möbelsuche: Die neue Offenheit?
Wer bei seiner Möbelsuche nicht einfach so in ein Möbelhaus läuft, sich umschaut, sein Möbelstück tatsächlich findet, es auch gleich kauft und damit zu teuer bezahlt, sondern clever an seine Möbelbeschaffung herangeht, stößt schnell auf den Knackpunkt: Wer baut eigentlich dieses Möbel?
Den Hersteller muss man wissen, wenn man die Preise möglichst vieler Anbieter recherchieren will, um auf dieser Grundlage seine eigenen, niedrigeren Preisvorstellungen durchzudrücken. Bisher versuchen die Möbelhändler, solches Vorgehen bereits im Keim zu ersticken und halten die Möbelhersteller möglichst geheim. Anlass für mich, die Verbraucher auf der Möbelsuche mit Tipps und Tricks zu versorgen, wie sie die Produzenten dennoch herausfinden können (siehe Clever Möbel kaufen).
Mir ist klar, dass dies die Möbelhändler mächtig ärgert. Hinzu kommt, dass viele Fabrikanten gar nicht mehr im Dunkeln bleiben wollen ganz zum Leidwesen mancher Händler. Weil sie neben den Massenmöbeln auch "Möbelmarken positionieren" wollen, wie es im Fachjargon heißt, müssen sie aus dem Schatten heraustreten. Schieder und Steinhoff, um die größten Produzenten zu nennen, die kaum einer kennt, strengen sich in dieser Hinsicht mächtig an.
Und siehe da, es rührt sich was im geheimnisvollen Möbeldschungel. Allerdings bemerken das zunächst nur Möbelkäufer, die bei der Möbelsuche im Internet surfen. Da gibt es einen Verein, der nennt sich Möbelonline e.V.: www.moebel-online.com
Wer sich die Liste der Vereinsmitglieder ansieht, der merkt, dass der Wind von der Herstellerseite her weht. Zwar sind auch Einkaufsverbände dabei, aber nur einen Möbelhändler fand ich darunter, wenn auch einen ganz Großen: Porta. Und dieser Verein will nun eine neue Offenheit für den Verbraucher schaffen. Er stellt dazu ein Portal ins Netz: www.deutschermoebelkatalog.de
Hier sollen möglichst alle Möbel aus Deutschland aufgelistet, definiert und geordnet werden. Die Hersteller sollen sich outen und Produktinformationen liefern. Und jetzt kommt's: Internetlinks sollen direkt zu den Möbelhäusern führen, die diese Produkte dem Endkunden anbieten.
Bis jetzt sind die Internetseiten noch Baustellen. Wenn sie je fertig werden sollten, kann der Besucher nach den Vorstellungen der Macher wie folgt virtuell umherwandern:
Er gibt zur Möbelsuche beispielsweise "Ruhesessel" ein. Es leuchten dann die entsprechenden Hersteller auf. Er klickt sich durch und findet, was er sucht. Der Hersteller beschreibt nicht nur sein Produkt, sondern nennt auch Preise oder zumindest Preiskategorien. Ein weiterer Klick öffnet dem User eine Händlerübersicht. Wenn er jetzt einen Händler anklickt, erfährt er dessen Adresse, Wegbeschreibung, Telefonnummer, Öffnungszeiten usw. Schön visionär, gell?
Ich selbst halte mich auch für einen Visionär. Und da sehe ich, dass die Händler wohl nicht mitmachen werden. Denn sie fürchten wohl nicht zu Unrecht, dass ihnen dann noch mehr clevere Möbelkäufer an den Hals springen werden.
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